2005 – Die Moritat von der Nacht St. Ursula

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Inhalt

Es ist der 21. Oktober 1371.

Nachdem die Lüneburger Bürger die Burg im Handstreich genommen hatten und die ungeliebten Braunschweiger Truppen aus ihrer Stadt hatten jagen können, ist heute der Tag der Vergeltung gekommen. Obwohl der Kaiser Lüneburg den Sachsen unterstellt hat, will Herzog Magnus von Braunschweig die Stadt zurückerobern.

Seine Soldaten dringen in die Stadt ein und heftige Kämpfe entbrennen. Zwei der Bürgermeister werden getötet. Stadthauptmann von Maltitz bietet Verhandlungen an – und lässt die Angreifer in den Weinkeller des Rathauses. Als endlich die Gegenwehr organisiert ist, sind viele Braunschweiger angetrunken. Die wütende Bürgerwehr treibt sie in die Enge. Aus den Fenstern werfen Frauen mit Steinen nach dem Feind, der schließlich aufgeben muss.

Von Maltitz erlebt den Sieg nicht mehr. Doch ein Bäcker wird unsterblich: er hat in der Nacht 22 Feinde erschlagen. Noch heute erinnert eine Figur im Giebel eines Hauses in der Bäckerstraße an ihn.

Plakat der 6. Lüneburger MuseumsnachtDas rampenlichtschrift spielte die Geschichte als Moritatenspiel nach. Autor und Regisseur Christian Baumgarten baute mit der Frau des Braunschweiger Herzogs und der Verlobten des Bäckers zwei Frauenrollen ein und ließ Braunschweiger und Lüneburger mit Schaumstoff-Schwertern aufeinander eindreschen.

Rund 1.000 Zuschauer sahen in der Museumsnacht das halbstündige Spektakel, das auf dem Schrangenplatz begann und sich durch die Straßen hin in die Bäckerstraße zog.

Dabei sah es zunächst gar nicht gut aus: Wolkenbruchartig stürzte der Regen noch um 17 Uhr vom Himmel. Sollte tatsächlich das für alle Fälle vorbereitete Schild zum Einsatz kommen: „Fällt leider aus wegen Regen“? Doch dann zeigte sich das Wetter zum Glück doch gnädig. Es sollte von jetzt an lau und trocken sein. Nun bereiteten wir uns auf unseren ersten Auftritt vor und waren gespannt, ob denn auch Zuschauer kommen würden.

Wie gesagt: sie kamen! Der Platz zwischen dem Fontanella-Pavillon und Stilmöbel-Teichert wurde voll. Sehr voll. Wir mussten fast schreien, um möglichst viele Ohren erreichen zu können. Trotzdem sprangen immer noch einige Zuschauer ab, die einfach zu weit hinten standen.

Alle hatten ihren Spaß: wir Spielerinnen und Spieler und auch das Publikum. Und wenn unsere „Braunschwieger Truppen“ die Leute von der „Lüneburger Bürgerwehr“ johlend und mit Schaumstoff-Schwertern fechtend durch die Schröderstraße trieben, staunten Gastronomen wie Gäste nicht schlecht. Fontanella schloss unseretwegen erst später als sonst, und auch der einsame Mann im Coffee-Shop am Schrangenplatz bekam dank Museumsnacht + rampenlichtschrift teilweise mehr zu tun, als er alleine bewältigen konnte.

Das Experiment „Theater bei der Museumsnacht“ war also erfolgreich. Auch wenn wir zum Schluss sehr erschöpft waren und manche malträtierte Kehle leicht eigentümliche Laute in die Aussprache ihres Besitzers mischte …

Eine Fortsetzung ist also nicht ausgeschlossen …

Mitwirkende

Darsteller in den Spielszenen:
Herzog Magnus Torquatus von Braunschweig Jürgen Baumgarten
Hinrich von Homburg, sein Feldherr Jochen Zachow
des Herzogs Gattin Edina Hasselbrink
Wilfried, der Bäcker Michael Bischof
Leonore, seine Verlobte Anke Eggers
Stadthauptmann Ulrich von Maltitz Sven Blechner
Gesang:
Kirstin Rechten
Lena Schachtschneider
Anna Ohlsen
Komparsen:
Christian Baumgarten Susanne Ganter
Alexander Köpp Daniela Magdeburg
Torsten Magdeburg Rainer Meyer
Thomas Nickel
Kostüme:
Kirstin Rechten
mit freundlicher Unterstützung von Frau Fiedler vom Arbeitskreis Lüneburger Altstadt
Buch und Regie:
Christian Baumgarten

Fotos

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